DSCI1714.jpg

Nachhaltigkeit als Gewerkschaftsthema

ISSN   2199-6555

Nachhaltigkeit als Thema für Arbeitnehmer bzw. als Gewerkschaftsthema?

Das Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ ist auch ein Gewerkschaftsthema bzw. ein Arbeitnehmerthema. Mittlerweile dürfte eigentlich jedem klar sein, daß unsere Art wie wir mit unseren Ressourcen und der Natur umgehen nicht dauerhaft funktionieren kann. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, das wir versuchen müssen in das System Wirtschaft-Mensch-Natur wieder eine Balance zu bringen, und dabei möglichst unseren Wohlstand und unser gutes Leben zu erhalten.

Die größte Schwierigkeit ist dabei die Lösung der Energiefrage. Nicht erst seit Fukushima und der daraufhin von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende, wissen wir das. Nahezu jeder Bereich der Wirtschaft benötigt Energie. Diese Energie wird größtenteils aus fossilen Rohstoffen oder aus Kernenergie  gedeckt – also aus nicht erneuerbaren Energiequellen. Fossile Rohstoffe wie Öl oder Gas belasten einerseits über den CO2-Ausstoß unser Klima, andererseits sind sie nur begrenzt und für wenige Jahrzehnte (wenn es gut läuft) verfügbar. Die Vermutung liegt nah, daß die maximal möglichen Fördermengen bereits erreicht sind, oder demnächst erreicht werden. Bereits 2008 schrieb Dr. Fatih Birol der Chef der Internationalen Energieagentur: „We should leave the oil, bevor the oil leaves us“ (Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt)

Kohle ist zwar noch genug vorhanden, aber ist extrem CO2-belastend und der Braunkohletagebau ist ein Verbrechen an unserer Kulturlandschaft. Er vernichtet weite Landstriche und zerstört über Jahrhunderte gewachsene Dörfer in der Lausitz und in Nordrhein-Westfalen.

Die Kernenergie ist zwar eine saubere Technologie, hat aber den Nachteil, daß niemand weiß wohin der Atommüll soll und wie er gelagert werden kann. Und nach Fukushima ist ja ohnehin fast jedem ins Bewusstsein gerückt, daß ein Unfall einen Landstrich für Menschen auf unabsehbare Zeit unbewohnbar macht.

Die Lösung der Energiefrage ist recht einfach: Sie heißt:  Erneuerbare Energien, also Sonne, Wind, Wasser und viele weitere Formen. Deutschland hat mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) einen Meilenstein gesetzt. Das EEG ist mittlerweile von 66 Ländern kopiert worden.

Also alles gut? Keineswegs: Es geht ja nicht nur um die Versorgung mit Strom.  Es geht um den gesamten Warentransport, um den öffentlichen Nahverkehr, um die Millionen Autos in Deutschland, um Hundertausende Arbeitsplätze, die in Deutschland davon abhängen, daß Autos gekauft werden, daß Menschen in den Innenstädten oder im Supermarkt einkaufen. Kurz, es geht um das ganze schöne Leben, daß wir uns in seit dem Wirtschaftswunder in den 1950er Jahren aufgebaut haben. Das Problem muss in den Betrieben, in den Haushalten und in den Köpfen der Menschen gelöst werden. Es geht um unsere Jobs, um unsere Natur, um unser Land und um die Welt in der wir leben wollen.

Die Neuesten Oekoheimatseiten sollen aufzeigen, daß es keinen Grund gibt fatalistisch zu sein. Überall auf der Welt arbeiten kreative  Köpfe an der Lösung , wie die Energiewende und eine nachhaltig arbeitende Wirtschaft funktionieren könnte.

Seit 2011 erstelle ich jeden Monat einen Newsletter – eine kommentierte linksammlung-, der zunächst an die 30 Seminarteilnehmer des „Brannenburger Forums 2011 “  per E-mail verschickt habe. Nach und nach sind immer mehr Adressen dazugekommen und Anfang 2014 waren die Oekoheimatseiten so erfolgreich, daß ich sie seitdem auch ins ver.di-Mitgliedernetz und als Blog auf der SPD-Seite einstelle: http://www.spd.de/profil/16141258

Unter der Rubrik „Toolbox“ soll neben dem Newsletter der  „Neueste Oekoheimatseiten“ auch eine Werkzeugkiste entstehen, die Betriebs-und Personalräte für die „Öko-soziale Renovierung“ 🙂 ihres Betriebes nutzen können.

Carsten Bauer

07. Juli 2014