Kategorie-Archiv: Newsletter

Neueste Oekoheimatseiten Februar 2017

Foto: Berlin: Sonnenuntergang vor Schrottschiff von Carsten Bauer

ISSN   2199-6555

Hallo in die Runde,

neulich ist mir in der Kartensammlung meiner Universität mal wieder die Deutsche Gewässerkarte in die Hände gefallen. Mit einer Länge von 7290 km ist das deutsche Wasserstrassennetz eines der längsten im Verhältnis zur Landesgröße weltweit. Binnenschiffahrt ist doch eigentlich klasse, warum ist denn bloß so wenig auf den deutschen Wasserstrassen los? Läßt sich da was machen? und ob! Mehr dazu unter den Punkten 1-3

Und jetzt geht es wieder los mit dem monatlichen Newsletter rund um das Thema Arbeitswelt, Nachhaltigkeit, Energiewende und allem was irgendwie damit zusammenhängt Diesmal mit dem Schwerpunkt Transportwesen und Binnenschifffahrt

1. Politik/innovation: Die Zukunft des Transports liegt auf dem Wasser!

In Deutschland gibt es 12949 km Autobahn und 7.290 km Wasserstrassen. Aber während  auf den Autobahnen jährlich 3.5 Mrd Tonnen Fracht transportiert werden  sind es auf dem Wasser lediglich 236 Mio Tonnen.

Wenn man dann noch überlegt, dass jedes Binnenschaft je nach Auslastung der Container theoretisch 40-120 LKws ersetzen kann, dann stellt sich doch die Frage: Warum nicht die Binnenschifahrt massiv fördern? Zum Einstieg in das Thema und zum Stöbern hier die Seite des Bundesverbandes der deutschen Binnenschiffahrt:

http://binnenschiff.de/content/

Also einen Binsenweisheit.Binnenschiffe sind besser als LKWs. Binnenschiffahrt stärken! Super, machen wir! Aber wie geht das denn? Was brauchen denn die KollegenInnen auf den Schiffen oder in den Reedereien?

Unsere holländischen und begischen Nachbarn sind uns da wie so oft eine Nasenlänge voraus. Da können wir lernen: Die sogenannten ZARA-Häfen (Zeebrügge, Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen )geben den Betreibern der Terminals angesichts des wachsenden Güterverkehrs und drohender LKW-Staus in den Häfen Ziele vor. Die Häfen Antwerpen und Rotterdam wollen den Anteil der Binnenschifffahrt am Containertransport  erhöhen..

Um ihre Ziele zu erreichen, verbessern die beiden Häfen ihre Binnenschiff- Infrastruktur z.B. durch zusätzliche Liegeplätze für Binnenschiffe im Hafengebiet und  Vermietung von Hafenflächen an Terminalbetreiber , die sich wiederum verpflichten eine vorgegebene Mindestgröße an Fracht per Binnenschiff transportieren.

Hier die Seite des Hafens von Rotterdam:

https://www.portofrotterdam.com/de/verbindungen-logistik/modalit%C3%A4ten/binnenschifffahrt

Mithilfe des Rotterdam-Bayern-Express, werden ohnhin schon 5 mal pro Woche Container über die Schiene von Bayern nach Rotterdam verladen. Seit kurzem gibt es hier eine attraktive Ergänzung mihilfe der Binnenschiffahrt:

https://www.portofrotterdam.com/de/nachrichten-und-pressemitteilungen/rotterdam-bayern-express-auch-ueber-wasser

2. Architektur und Städtebau: Wohnen auf dem Wasser

wenn man mal darübernachdenkt wie viele Menschen auf der Welt an Küsten wohnen ist sicherlich „Wohnen auf dem Wasser“  auch nachhaltiger als noch mehr Flächen zu verbrauchen um die Städte an Land zu vergrößern. Die Sendung „Planet Wissen“ hat eine spannende Sndung zum Thema gemacht:

http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wohnen/zukunft_des_wohnens/pwieschwimmendehaeuser100.html

Und natürlich darf die Seite des Leuchturmsprojekts in Sachen „Wohnen auf dem Wasser“ nicht fehlen: Ijburg, der neue Stadtteil Amsterdams auf dem Wasser:

http://www.iamsterdam.com/en/local/about-amsterdam/neighbourhoods/ijburg

3.Nachhaltiger Tourismus: Mit Narrowboats über die britischen Kanäle

Die touristische Nutzung von Binnenwasserstrassen ist eine zusätzliche Möglichkeit zum Stärken einer ökologischen und sozialen Ökonomie. Wer kennt sie nicht, die bunten Wohnboote, die auf fast allen britischen Gewässern zu finden sind? .Diese Boote lassen sich bequem online chartern und in Grossbritanien braucht man dazu nicht einmal einen Bootsführerschein. Tatsächlich besitzt das Königreich ein weitverzweigtes Kanalnetz, aus den frühen Tagen der Industrialisierung. Zwar sind weite Teile davon heute nicht mehr transportwirtschaftlich zu nutzen, weil zu eng und oft nur für kleine Boote geeignet, aber der Waterway-Tourismus ist durchaus eine sprudelnde Einnahmequelle für die Gemeinden, die an diesen waterways liegen. Hier die Seite vom englischen und walsischen Canal & river trust:

https://canalrivertrust.org.uk/

Die Inland waterways association (IWA) ist der Interessenverband der narrowboat-Skipper:

https://www.waterways.org.uk/

Und natürich der Verband der Narrowboatenhusiasten: Narrowboatworld:

http://www.narrowboatworld.com/

4. Mobilität/Forschung: Alternative Schiffsantriebe: Brennstoffzelle und LNG

Auch Binnenschiffe werden aber mit Diesel angetrieben, und wer eine ökologische und soziale Ökonomie möchte, der sollte nix fossiles mehr verbrennen 🙂 : Schon seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts werden Brennstoffzellenantriebe für Schiffe entwickelt. Im Prinzip sind diese soweit serienreif..

Die größten deutschen Reedereien und Werften zu einem Projekt zusammengeschlossen um Brennstoffzellenantriebe für Schiffe praxisnah einzusetzen. Hier die Seite des e4ships-Projektes:

http://www.e4ships.de/prinzip-brennstoffzelle.html

Nicht besonders alternativ aber immer noch viel sauberer als traditionelle Schiffsdiesel sind Lng-Gas-angetriebene Schiffe. Der Hafen von Rotterdam erklärt uns wie es funktioniert und welche Vorteile die Binnenschiffe erlangen können wenn sie derart angetrieben werden:

https://www.portofrotterdam.com/de/transport-industrie/lng-drehscheibe/lng-als-treibstoff-fuer-schiffe-und-lkw

5. Politik/Forschung: Bundesumweltministerium ebnet den Weg für den E-Highway

eine Idee aus den 30er Jahren: Oberleitungen treiben Busse an. Auch Lastwagen gab es schon, die sich in das Oberleitungsnetz einklinken konnten. das Bundesxumweltministerium hat sich dazu entschlossen mehrere Feldversuche auf deutschen Autobahnen zu starten. Die Kosten sind relativ  gering. Würden die gesamten 12949 Autobahnkilometer in Deutschland vernetzt würde das in etwas 24 Mrd kosten oder auch 3 Berliner Flughäfen bzw. 24 Elbphilharmonien :-). Geplant ist der E-Highway zunächst auf der A1 und das auch dann gleich mit Skandinavienanbindung, denn Schweden hat das Trolli-LKW-System bereits erfolgreich getestet und will das System einführen. Hier ein paar Infos auf den Seiten des Bundesumweltministeriums:

http://www.bmub.bund.de/presse/pressemitteilungen/pm/artikel/freie-fahrt-fuer-oberleitungs-lkw-in-schleswig-holstein/

und wie soll man sich sowas vorstellen? Wieviele LKWs können denn gleichzeitig an der Oberleitung hängen? Antworten darauf gibt eine Konzeptstudie von Siemens:

http://w3.siemens.com/topics/global/de/elektromobilitaet/Seiten/ehighway.aspx23.

Ehrlich gesagt, ich bin da eher skeptisch. ich denke dieser Kabelsalat wird die Autobahnen noch störanfällier machen, als sie es ohnhin schon sind. besser Transporte reduzieren auf das Notwendige und verstärkt auf Bahn und Binnenschiffahrt setzen.

6. Regionales/Nordwest:  Das TTZ Bremerhaven: Wie kommt Bio-Forschung in die Unternehmen?

Das Technologie Transfer Zentrum Bremerhaven besteht seit 25 Jahren und hat -einfach gesagt- die Aufgabe Forschungsergebnisse in die Unternehmen zu transportieren. Wirklich ein spannender Ansatz und eine intelligente Methode der Wirtschaftsförderung und Standortsicherung für deutsche Unternehmen -und ihre Beschäftigten. Hier die Seite mit den Forschungsprojekten des TTZ, die übrigens zu einem großen Teil nachhaltig sind.

http://ttz-bremerhaven.de/de/forschung/umwelt/forschungsprojekte.html

7. Was die Welt im Februar braucht? ich denke ganz ganz dringend Ruhe und Inspiration und dabei hilft die Land Art von Richard Long

Land Art kann irgendwie jeder. Das ist das faszinirende daran. Wer hat noch nie an einem Bach gesessen und angefangen die Steine am Ufer zu irgendwas umzuformen? Oder kleine Pyramiden aufzutürmen? Zweige ordnen?.Vielleicht ist Land Art die ursprünglichste aller Kunstformen und schon die Vormenschen haben sich über sie ausgedrückt. Richard Long ist einer der ganz Großen unter den Land Art Künstlern. Hier ist seine Seite:

http://www.richardlong.org/

Viel Spaß beim Stöbern und vielleicht ist ja beim nächsten Sonntagsspaziergang mal Land Art angesagt? Ich werds auf jeden Fall ausprobieren:-)

Und das wars auch schon wieder. Ich wünsche Euch enen entspannten Restfebruar und Märzanfang und melde mich dann Mitte März wieder. Lasst Euch nicht stressen!

Viele Gruesse

Euer Carsten

P.S. Meine „Neuesten Oekoheimatseiten“ finden sich auch als Blog auf der SPD-Homepage, dort könnt Ihr auch ältere Ökoheimatseiten nachlesen: http://www.spd.de/profil/16141258
und im Ver.di-Mitgliedernetz im Forum „Nachhaltigkeit/Sozial/Ökologisch“