Neueste Oekoheimatseiten November 2016

ISSN   2199-6555

Hallo in die Runde,

wenn alles gut geht, dann wird Ende 2022 das letzte deutsche AKW vom Netz gehen. Und dann? Was geschieht mit den „Resten“. Was mit dem Müll? Wie den Atommüll in den nächsten 10.000 jahren so verbuddeln, daß auch nachfolgende Generationen noch wissen wo das Zeug liegt? Und wer trägt die Kosten? Eines ist sicher: Es wird auch in Zukunft noch ziemlich viele Beschäftigte geben, die ihr Geld damit verdienen werden, daß Deutschland in den Jahren 1955 bis 2011 diese seltsame Idee mit dem Atomstrom hatte.

Mehr dazu unter Punkt 1: Politik und unter Punkt 2: Forschung

Und jetzt geht es wieder los mit dem monatlichen Newsletter rund um das Thema Gewerkschaften, Nachhaltigkeit, Energiewende und allem was damit zusammenhängt. In eigener Sache noch, die gute Nachricht, daß die Oekoheimatseiten ab sofort wieder monatlich erscheinen.

1.Politik: Gesetz über die Finanzierung des  Rückbaus der Kernkraftwerke  verabschiedet:

Am 19. Oktober 2016 hat das Bundeskabinett das „Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung der kerntechnischen Entsorgung  verabschiedet“. Dabei sind die Betreiber der Kernkraftwerke auch zukünftig für die gesamte Abwicklung und Finanzierung der Bereiche Stilllegung, Rückbau und fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig.

Aber die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung wird nunmehr vom  Bund -also von der Allgemeinheit- übernommen. Und das ist natürlich der dickste Brocken der Kosten! Andererseits muss man aber auch sagen, daß die Politik bzw. die Allgemeinheit ja auch die Einführung der Atomenergie massiv gestützt hat. Es hat ja auch ein wenig gedauert, bis ein Umdenken stattfand. Von daher aus meiner Sicht ein fairer Kompromiss. Jedenfalls wenn man nicht die Energiekonzerne finanziell gegen die Wand fahren will.  Und ich will das nicht, ich bin für umbauen und umsteuern.

Einzelheiten zum Rückbaukompromiss auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie:

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Konventionelle-Energietraeger/uran-kernenergie,did=739356.html

Auf des Seiten des Bundes für Umwelt-und Naturschutz findet sich eine sehr schöne und kurze Abhandlung darüber was beim Rückbau eines Kernkraftwerkes eigentlich zu beachten ist:

http://www.bund.net/themen_und_projekte/atomkraft/nach_dem_abschalten/rueckbau_der_akw/

2. Forschung: Nachhaltige Wissenspeicherung, wie findet man in 1000 Jahren radioaktiven Müll?

Nach nicht einmal 40 Jahren war die Asse bereits nicht mehr sicher.  Hier nocheinmal die Daten und Fakten zur Asse II auf der Seite von greenpeace:

https://www.greenpeace.de/themen/energiewende-atomkraft/atommull/asse-ii-der-endlager-gau

Und wie soll das in den nächsten 100 Jahren ablaufen oder 10.000 Jahren. Was wenn ein Weinbauer im Jahr 2548 auf die Idee kommt der Salzstollen unter seinem Haus sei doch ein Superweinkeller, und anfängt zu buddeln. Blöde Idee, oder?…..:-)

Aber im Ernst:  Wer weiß denn dann noch was wo liegt? Ich habe meinen Kollegen Eckhard aus Nordrhein-Westfalen gefragt. Eckhard ist Archivar und hat mir erklärt, daß die Archivgesetze vorsehen, daß das Schriftgut in seiner Entstehungsform dauerhaft aufbewahrt wird. Wenn Unterlagen in Papier vorhanden sind, wird also Papier aufgehoben und ist ggf. konservatorisch zu behandeln.

Natürlich können auch Digitalisate anfertigt werden bzw. auch Mikroverfilmungen sind denkbar (Haltbarkeit: mehrere 100 Jahre). Bei digital / elektronisch entstehendem Schriftgut (born digitals) ist die Entstehungs- und die Aufbewahrungsform dann eben digital. Für die Inhaltsdaten gelten derzeit pdf-a und tiff als die haltbarsten Formate. Erfahrungen wie mit den Pergamenturkunden oder mit Papier gibt es nicht.

Wer sich genauer über das Thema informieren möchte, dem möchte ich die Seiten des Archivportals Deutschland empfehlen:

https://www.archivportal-d.de/

3. Architektur und Städtebau: Über Atomkraftwerke, Bunker und Unterwelten:

Ich gebe es ja zu die Einordnung nachfolgender links in diese Rubrik ist etwas gewagt……:-)

Aber die Frage ist, kann man ein AKW besichtigen, solange es noch da ist? Tatsächlich. das geht. Die meisten Kernkraftwerke haben ein Informationszentrum und da kann jeder hin. Als Gruppe ist es sogar kein Problem sogar eine richtige Führung zu bekommen. Hier z.B. im AKW Lingen, das von der RWE betrieben wird.

http://www.rwe.com/web/cms/de/17076/rwe-power-ag/energietraeger/kernkraft/kkw-emsland/informationszentrum/

Die Einkreisungspolitik der NATO  gegenüber Russland, hat weltpolitische Spannungen herbeigeführt. Und wir sollten uns auch wieder in Erinnerung rufen, daß ein Atomkrieg niemals stattfinden darf. Ihr könnt Euch ja auch überlegen, wer denn da genau in der Mitte liegt. Und wenn man sich mal ins Bewusstsein führt wer mittlerweile alles so eine Vernichtungswaffe hat, dann wird mir zumindest ziemlich mulmig. Gruselig ist die Besichtigung des Regierungsbunkers bei Bonn. Wer will kann sich in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker genau anschauen, wie man sich in den 50er Jahren ein Überleben der „Elite“ vorgestellt hat:

http://www.regbu.de/

Irgendwie sowas wie Pioniere in diesem touristischen Neuland sind die Berliner Unterwelten. Ihre Bunkerführungen sind legendär und werden auch von ausländischen Besuchern gerne gebucht. Abenteuer pur:

http://www.berliner-unterwelten.de/

4. Richtig gute Seiten:  „Wohindamit“ und „reset“

Müll ist ja gottseidank nicht immer verbuddelt und für 10.000 Jahre verseucht sondern er entsteht einfach so und das permanent. Klar kann man alles wegwerfen es gibt ja Wertstoffhöfe und eine gut funktionierende Müllabfuhr in Deutschland. Das reicht aber nicht. Endlich gibt es mal eine richtig geniale Seite zum Thema: Wohindamit.de!

www.wohindamit.de

Eine wirklich schöne und engagierte Seite ist auch „Reset“. im Sinne von Neustart. Ich habe Euch mal die Seite zum Thema upcycling rausgesucht, aber es gibt auch Tips zum Wasserverbrauch, zur Körperpflege, Zu Kleidung….wie ihr Plastikmüll vermeiden bzw. weiterverwenden könnt….was Ihr wollt….macht wirklich Spaß dort zu stöbern:

https://reset.org/act/sei-kreativ-do-it-yourself

5.nachhaltiger Tourismus: Wildniskochen am Lagerfeuer und Wildniswandern

Genug vom Müll, kümmern wir uns um die reine Natur und werfen allen Ballast über Bord. Tja aber, kann man auch ohne Equipment in der Natur überleben?

Der BR-Moderator Schmidt Max wurde von seinem Sender in einen Wald geschickt  und erlebte dabei allerlei wundersames: In der BR-Mediathek noch nachzuschauen: „Schmidt-Max und das Herbstmenü am Lagerfeuer“:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/freizeit/schmidt-max-und-das-herbstmenue-vom-lagerfeuer-100.html

Könnt Ihr natürlich auch selber einfach mal ausprobieren: Die Wildnisspädagogin Birgit Alt, bietet Euch Wildnisführungen  und -erlebisse in der alpinen Berglandschaft rund um Garmisch-Partenkirchen an. Hier ihr aktuelles Programm:

http://www.wildnisgeist.de/naturerlebnisse-f%C3%BCr-jung-und-alt-und-ab-2016-auch-mit-inklusionserlebnissen/

6. Regionales Nordwest: Die Niederlande und ihr nationaler Umweltplan

Die Niederlande und das belgische Flandern sind die Partnerländer auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Grund genug mal genauer hinzuschauen. Unsere westlichen Nachbarn sind ganz schön weit auf vielen Gebieten. Als man in Deutschland noch darüber diskutierte ob eine grüne Partei gegründet werden sollte, da hatten die Niederländer bereits ihren nationalen Umweltplan. Dieser ist diverse Male angepaßt woden und ein echtes nachhaltiges und flexibles Langzeitkonzept. Nachzulesen im NiederlandeNet der Universität Münster.

https://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/nl-wissen/umwelt/vertiefung/umweltschutz/politikziel.html

Und hier auch noch die Literaturtips der deutsch-niederländischen Handelskammer:

http://www.dnhk.org/niederlande/literatur/kultur-der-niederlande/

7. Dinge, die die Welt unbedingt braucht: Private Brauereien und Biere jenseits der Masse

Immer mehr kleinere Brauereien werden von multinationalen Bierkonzernen geschluckt. Dabei sind Privat-Brauereien ein wichtiger Bestandteil einer regionalen Wirtschaft. Hier der link zum Netz der Privatbrauereien:

http://www.private-brauereien.de/de/index.php

und hier eine schöne Seite zum Thema Bier. Oder auch Bier jenseits der Masse

http://www.bierbasis.de/

Und das wars auch schon wieder. Ich wünsche Euch einen entspannten November. Ich melde mich im Dezember wieder. Denn wie gesagt, ab jetzt wieder monatlich:-)

Euer Carsten

P.S. Meine „Neuesten Oekoheimatseiten“ finden sich auch als Blog auf der SPD-Homepage, dort könnt Ihr auch ältere Ökoheimatseiten nachlesen: http://www.spd.de/profil/16141258
und im Ver.di-Mitgliedernetz im Forum „Nachhaltigkeit/Sozial/Ökologisch“

Foto: Sundowner im November am Starnberger See von Carsten Bauer