Neueste Oekoheimatseiten 4/2014

ISSN   2199-6555

Hallo in die Runde,

der Internetkritiker Evgeny Morozow ist der Überzeugung, dass man soziale Probleme nicht durch die Entwicklung von Hard-oder Software lösen kann. Sein 2013 erschienenes  Buch: “ Smarte neue Welt: Digitale Technik und die Freiheit des Menschen“  stellt die These auf, daß technische Lösungen von den wahren Problemen ablenken. Pflegeroboter werden entwickelt anstatt mehr Pflegepersonal einzusetzen, selbstfahrende Autos befördern Passagiere, Paketdrohnen stellen die Post zu. Was aber wird aus den Menschen die durch Technik ersetzt werden? Eine Diskussion, die die Gewerkschaften mit immer neuen technischen Variationen seit mindestens 200 Jahren führen. Dazu mehr unter Punkt 2.
Aber nun geht los mit der monatlichen linksammlung rund um das Thema Gewerkschaften, Nachhaltigkeit, Energiewende und allem was damit zusammenhängt

1. Politik: Die energiepolitischen Hintergründe des Ukraine-Konfliktes /neue Reform des EEG
Hartmut Plötz von der „Denkschule für das Solarzeitalter e.V.“  http://www.denkschule-fuer-solarzeitalter.de/ hat mir den link mit den energiepolitischen Hintergründen zum Ukraine-Konflikt geschickt:
http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Info/Energiepolitische_Hintergruende_der_Krise_in_der_Ukraine.pdf
IPPNW – das steht für  „International Physicians for the Prevention of Nuclear War“.  In Deutschland nennen sie sich  „IPPNW – Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ .Hier die wirklich lesenswerte Seite: http://www.ippnw.de/

Der Sozialdemokrat Hermann Scheer gilt als Architekt des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz). Es ist eines der erfolgreichsten Gesetze der jüngeren Zeit und hat maßgeblich dazu beigetragen, die erneuerbaren Energien zu einem der wichtigsten Energieträger in Deutschland zu machen. Jetzt ist mit Sigmar Gabriel wieder ein Sozialdemokrat am Stellwerk des EEG und muß den energiepolitischen Scherbenhaufen der Vorgängerregierung aufräumen…..Hier der link zur EEG-Novelle: http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Erneuerbare-Energien/eeg-reform.html

2. Soziologie: Drohnen, Roboter und selbstfahrende Autos
Der Film „I Robot“ mit Will Smith in der Hauptrolle gehört für mich zu den besten SF-Filmen aller Zeiten. Trotz hohem Unterhaltungswertes, dringte er präzise zum Kern des Roboter-Problems vor. Die nächste Welle der Automatisierungsrevolution wird gesellschaftspolitisch relevant.  Wozu brauchen wir Roboter? Ein wirklich nachdenkwürdiges Feature das der Deutschlandfunk da am Sonntag. den 23.03.14 ausgestrahlt hat: http://www.deutschlandfunk.de/automatisierungsrevolution-drohnen-roboter-und.1184.de.html?dram:article_id=280796
Hier noch die bibliografische Angabe zum Buch von Evgeny Morozow bei der Deutschen Nationalbibliothek::
https://portal.dnb.de/opac.htm?method=showFullRecord¤tResultId=%22smarte%22+and+%22neue%22+and+%22welt%22%26any¤tPosition=0

3. Architektur und Städtebau: Kopenhagen wird CO2-neutral/Wettbewerb“Morgenstadt“ beim Fraunhofer-Institut und Architekturträume in Montpellier:
auf die Messe „metropolitan solutions“ die von 07.-11.Aprill 2014 in Hannover stattfindet hatte ich bereits im Februar hingewiesen. Hier nochmal der link mit dem Programm für Kurzentschlossene:
http://www.metropolitansolutions.de/de/ueber-die-messe/programm/veranstaltungen

Kopenhagen will bis 2025 CO2-Neutral werden, wie das gehen soll beschreibt green wiwo: http://green.wiwo.de/green-capital-10-dinge-deutsche-staedte-von-kopenhagen-lernen-koennen/

Bis zum 10.Juni 2014 können sich innovative Städte noch für das Projekt der „Morgen-Stadt“ beim Fraunhofer Institut bewerben:
http://www.morgenstadt.de/de/morgenstadt-initiative.html

Das südfranzösische Montpellier zeigt, daß Städtebau und ökologische Archtektur keineswegs langweilig sein muß, sondern einfach nur schön sein kann. Ein Hochhaus in Form eines Tannenzapfens: http://www.montpellier.fr/4127-folie-richter.htm

4. Mobilität/nachhaltiger Tourismus: Interrail 2.0 und „tourism watch“
In den 80er und frühen 90er Jahren waren die Züge voll mit Rucksacktouristen, die Europa mit Hilfe des Interrail-Passes auskundschafteten. Das Zusammentreffen der Reisenden mit lokalen Bevölkerungspopulationen wird heute noch von Interrail-Veteranen legendär verklärt. Ich bin der festen Überzeugung, daß die Teilnahme Rucksackreisender an griechischen Hochzeiten, italienischen Familienfeiern oder spanischen Dorffesten der wichtigste Beitrag zur europäischen Integration überhaupt war 🙂
Interrail gibt es immer noch. Aber jetzt können es alle machen, also keine Altersgrenze mehr. Besonderes Highlihgt:Man kann die Hochgeschwindigkeitszüge in ganz Europa benutzen, muss allerdings reservieren.  Hier gibts alle Infos: http://de.interrail.eu/?gclid=CMnbzaGjrr0CFTCWtAodxgsA9g

Wie kann eine nachhaltige tourisitsche Entwiclklung in den Ländern des Südens gefördert werden? Wie lassen sich Fehler der Vergangenheit vermeiden? Der Informationsdienst des evangelischen Entwicklungsdienstes Tourism-Watch hat dazu eine sehr interressante Seite: http://www.tourism-watch.de/

5. Forschung/Innovation: Windgas/Umweltcampus der Hochschule Trier
Mit dem Erdgasnetz steht in Deutschland ein gigantischer Energiespeicher zur Verfügung. Die Abhängigkeit von Erdgas ist aber politisch ein Problem (CO2/russisches Erdgas/Gazprom/Fracking). Eine der einfachsten Lösungen auf dem Weg zu 100 % erneuerbaren Energien ist es Windgas zu erzeugen und dieses in das Erdgasnetz einzuspeisen. Was ist Windgas? Obwohl in Bibliothekskreisen verpönt, hier ausnahmsweise mal ein Wikipedia-link zur Erklärung: http://de.wikipedia.org/wiki/Power-to-Gas. 2014 wird in Prenzlau jetzt ein Windgaskraftwerk ans Netz gehen: http://www.energie-und-technik.de/erneuerbare-energien/artikel/102453/

Das Institut für Stoffstrommanagement der Hochschule Trier habe ich ja bereits öfter erwähnt, interessant ist aber auch wie vielfältig die Hochschule Trier mittlerweile mit dem Thema Nachhaltigkeit Verfflochten ist. Hier die Seite des Umweltcampus Birkenfeld: http://www.umwelt-campus.de/ucb/index.php?id=10278

6. Lebensart: „Gut Leben mit oder ohne Geld?“
eine gelungene Planet-Wissen-Sendung: Der „Lebensmittel-Retter“ Raphael Fellmer und der Postwachstumsökonom Prof. Nico Paech von der Uni Oldenburg regen zumindest zum Überdenken ihrer Thesen an, hier die gesamte Sendung: http://www.planet-wissen.de/sendungen/2014/03/28_konsum.jsp

Raphael Fellmer lebt ohne Geld und will auch keines für sein Buch haben, deshalb kann man es sich kostenlos auf seiner Homepage downloaden:
http://www.raphaelfellmer.de/

7. Dinge, die die Welt unbedingt braucht: traditional Pubs und  Ale oder auch „Campaign for Real Ale“
In Großbritannien wird unterschieden zwischen Ale (regionales Bier) und Beer (profanes industrielles ohne Leidenschaft und Geschmack hergestelltes Massenprodukt). Schon 1971 hat sich die Campaign for Real Ale ( CAMRA) formiert und leistet seitdem einen langen, zähen aber erfolgreichen Widerstand gegen die Übernahme kleiner regionaler Brauereien durch internationale Bierkonzerne. Sie setzt sich für  für regionale Vermarktung einheimischer Biersorten ein und seit einiger Zeit kämpft sie auch gegen die Schließung traditioneller Pubs. Hier die Seite der CAMRA: http://www.camra.org.uk/ es gibt auch europäische Ableger….
Im übrigen: Wusstet Ihr eigentlich daß sich die britischen Gewerkschaften in Pubs gegründet haben? …jaja so hängt also wieder alles mit allem zusammen:-)

und das wars auch wieder, kommt entspannt durch den April. Bis Mai dann.

Euer Carsten

P.S. Die „Neuesten Oekoheimatseiten“ erscheinen auch im Ver.di-Mitgliedernetz und im SPD-Netz.