Toolbox

Die nachhaltige Werkzeugkiste für GewerkschafterInnen

 1. Das aktuelle Grundsatzprogramm des DGB stammt vom Dresdner Bundeskongress:Dort nachlesen unter Punkt 2 „ökologisch umsteuern“

http://www.dgb.de/themen/++co++article-mediapool-a9fa09863177d704d888ed62e1ae6fc5

2. Verteilung Arbeitsplätze in Deutschland:

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/TabellenErwerbstaetigenrechnung/ArbeitnehmerWirtschaftsbereiche.html

Diverse Tabellen zur Globalisierung von der Bundeszentrale für politische Bildung

http://www.bpb.de/

3. Zahlen und Daten zum Thema Erdöl:

:http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l/Tabellen_und_Grafiken

http://www.peak-oil.com/peak-oil/

. http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYu7DsIwEAT_yBdXGDoiC4kiDU1IGuQkp3DCj-i44IaPxy7YlaaZXRihNLoPrU4oRefhDsNMpymrKS-o3Et29B7fKiMJMj7kiQEj9PVYBnOKKJWCUahwZSeJ1ZZYfDU7czGKFhgabVt9aP7RXzPaS9cZc7TX9gZbCOcfRzH_Jg!!/

4. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung

http://www.bmbf.de/de/13296.php

5. CO2 rechner und Neutralisation:

https://www.atmosfair.de/

http://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/bewahrung-der-schoepfung/klimaschutz/oekologischer-fussabdruck-test.html

 

6. Handlungsoptionen für Gewerkschafter Betriebsräte und Personalräte

Vw-Betriebsrat und Böckler Stiftung:

http://www.boeckler.de/pdf/p_mbf_nachhaltige_betriebsarbeit.pdf

Hier die Initiative des Betriebsrates der Uni Bremen:

http://www.uni-bremen.de/unibremensolar.html

betriebliches Vorschlagswesen:

http://www.mimona.de/default.asp?ShowMassnahme=533

 nationale Plattform Elektromobilität

: http://www.bmub.bund.de/themen/luft-laerm-verkehr/verkehr/elektromobilitaet/bmub-foerderprogramm/

7.1 Sonntagsöffnung: Derzeitige Gesetzeslage:

Art. 140 GG:

https://www.bundestag.de/bundestag/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_11/245152

§ 10 des Arbeitszeitgesetzes:

http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__10.html

7.2 Wahlprüfsteine des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) zur Bundestagswahl 2013

http://www.bibliotheksverband.de/dbv/themen/bundestagswahl-wahlpruefsteine.html#c10929

7.3 Stellungnahme der ver.di Bundesarbeitsgruppe Archive, Bibliotheken und Dokumentationseinrichtungen auch  2013

http://biwifo.verdi.de/themen/nachrichten/++co++896bf3d8-8dd5-11e3-9e92-525400438ccf

Darauf folgend Stellungnahme der ver.di landesgruppe Baden-Würtemberg, ebenfalls Herbst 2013 :

http://biwifo-bawue.verdi.de/++file++51d3fe256f6844332e001583/download/U%3A%5CLandesbzirk%20Ba-W%C3%BC%5C2013%20Flugi%20Sonntags%C3%B6ffnung.pdf

7.4 Expertenanhörung des BIB am 31.03.2014 und Positionspapier des BIB November 2014: Postkartenabstimmung und Mitgliederversammlung Bibliothekartag

http://www.bib-info.de/verband/positionen/sonntagsoeffnung.html

Argumente im BUB-Heft  Ausgabe 4/2015

http://b-u-b.de/pro-contra-sollen-bibliotheken-sonntags-oeffnen/

7.5 Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom November 2014

http://www.bverwg.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.php?jahr=2014&nr=69

7.6. Diskussion auf dem Bibliothekartag 2015

http://www.bib-info.de/verband/positionen/sonntagsoeffnung.html

8. Bericht Deutsch-niederländischer Bibliothekentag  am 22.09.2016 in Winschoten ( NL)

Thema: Gemeinsam Grenzen überwinden/Samen grenzen verleggen

8.1.Die Ems-Dollart-Region und der niederländisch-deutsche Bibliothekentag

Die Ems-Dollart-Region (EDR) besteht aus den niederländischen Provinzen Groningen und Drenthe und den niedersächsischen Regionen Ostfriesland, Emsland, Oldenburg und Osnabrück.  Sie fördert grenzüberschreitende kulturelle und touristische und wirtschaftliche Projekte.

Eines dieser Projekte ist der Deutsch-niederländische Bibliothekentag. Dieser findet  jedes Jahr abwechselnd entweder in einer deutschen oder einer niederländischen Bibliothek statt. Dieses Mal  fand die Veranstaltung im Cultuurhuis De Klinker im niederländischen Winschoten (Provinz Groningen) statt. Winschoten hat rund 18.000 Einwohner und ein großes  Kulturhaus, das in den letzten Jahren neu gebaut wurde. Das Kulturhaus umfasst mehrere Theater-, Veranstaltungs- und Kinosäle und enthält auch die Stadtbibliothek. Hier der link des Cultuurhuis:

https://www.indeklinker.nl/home/

8.2 Ein grundsätzlich anderes Umgehen mit dem Theme Einwanderung

Das diesjährige Motto  des Bibliothekentages  war  „Gemeinsam Grenzen überwinden/Samen grenzen verleggen“

Zusammengefasst ging es um das  was Bibliotheken machen können um die Integration von Flüchtlingen zu begleiten.  Bereits am Vormittag kristallisierte sich heraus, dass  die niederländischen Kollegen und Kolleginnen sich mit bewundernswerter Organisation den Herausforderungen stellen.

Es ist staatlicherseits gewollt, dass die Bibliotheken in die Integration von Einwanderern eingebunden werden und sie haben konkrete Aufgaben übernommen. Es wird ein Provinzweites Literaturangebot angeschafft, dass in den wichtigsten Sprachen zur Verfügung steht. Es werden Spiele-und Kennenlernabende organisiert und  es werden Stadtführungen in der jeweiligen Heimatsprache angeboten. Auch kleinere Hefte zur Stadtgeschichte und Stadtpläne werden in den meisten Sprachen der Welt angeboten und gedruckt.

Der wichtigste Unterschied ist das in den Niederlanden die 4 nationalen Registrierungszentren bereits in sehr kurzer Zeit (4-6 Wochen*) entscheiden ob ein Bleiberecht besteht und dann wenn es so ist, sofort Integrationsmassnahmen wie Sprachkurse etc. einleiten. Die Registrierungszentren geben den Geflüchteten eine Art Roadmap mit und die aufnehmenden Städte/Gemeinden/Schulen und Bibliotheken haben auch eine. Die Bevölkerung  der Niederlande versteht sich mehrheitlich als multikulturelle Gesellschaft -diese wird aber unterschiedlich interpretiert und es wird in den Niederlanden heftig diskutiert- das ist für die später unter Punkt 6 statt findende Diskussion  sehr wichtig. Soviel vorweg.

* ob das so stimmt kann ich nicht überprüfen. Diese Information stammt aus einem Workshop. Ein Teilnehmer der in einer niederländischen Kommune  mit Geflüchteten arbeitet hat mir das so berichtet, in der neuesten Ausgabe des BuB 10/2016 wird von 15 Monaten Bearbeitungszeit für einen Asylantrag berichtet. Aber vermutlich wird erst registriert und dann verteilt und dann der Asylantrag bearbeitet.

 8.3 Martina Dannert, Stadtbibliothek Osnabrück : „Wie fühlen sich Fremde in einer für sie fremden Stadt und Umgebung?“

Mit diesen Worten eröffnete Martina Dannert, leiterin der Stadtbibliothek Osnabrück ihren Vortrag. Sie erarbeitete in diversen Workshops Angebote, die Stadtbibliotheken für Flüchlinge bereithalten sollten.

Martina Dannert hat mit zwei Co-Autorinnen einen Artikel im BUB veröffentlicht: Flüchtlingsprojekte in deutschen Bibliotheken. Dieser Artikel entspricht weitestgehend ihrem Vortrag.

http://b-u-b.de/willkommen-fluechtlingsprojekte-in-deutschen-bibliotheken/

Wixchtig ist in diesem Zusammenhang auch noch die von Ihr vorgestellte Seite des Deutschen Bibliotheksverbandes DBV zur interkulturellen Bibliotheksarbeit:

http://www.bibliotheksportal.de/themen/bibliothekskunden/interkulturelle-bibliothek/interkulturelle-bibliotheksarbeit.html

8.4 Der niederländische Medienbus „jouw.buzz“

Der Truck des „juow buzz“-Projektes ist  in Drenthe angeschafft worden weil die niederländische Regierung einen „Plan zur Bekämpfung des digitalen Analphabetentums“ verfolgt (heißt wirklich soJ…).  Damit sollte die Bevölkerung ursprünglich fit für die elektronische Steuererklärung gemacht werden. Jetzt aber verfolgen sie das Ziel die Fähigkeiten des 21.jahrhunderts  in Schulen zu vermitteln und auch Erwachsene die über geringe oder gar keine digitalen Fähigkeiten verfügen u schulen. Auch die Bibliotheken verstehen dies im Übrigen als ihre Aufgabe.

Auch für Flüchtlinge gibt es hier eine Ansprechstation. Dieser  Medientruck stand auch vor dem Culturrhuis in Winschoten und konnte besichtigt werden, Im Inneren  konnte man einen 3D-Drucker benutzen, Apps programmieren und einiges mehr…..megageiles Teil!!!! J

http://jouw.buzz/

 8.4 Jos Debeij, Königliche Bibliothek und Nationalbibliothek der Niederlande: Niederländische Bibliotheksangebote für Zuwanderer

Jos Debeiij  stellte das Programm des niederländischen  (staatlichen) Flüchtlingswerkes vor, das Einwanderer  nutzen können:
http://www.vluchtelingenwerk.nl/wat-wij-doen/educatie

Überhaupt ein maßgeblicher Unterschied: In den Niederlanden kümmern sich vor allem gut organisierte staatliche Stellen um die Zuwanderer während in Deutschland diese Aufgabe eher im ehrenamtlichen Modus abläuft und staatliche Stellen eher verwalten.

Die königliche Bibliothek bietet zudem einen Service für die niederländischen „biblionets“ (öffentliche Bibliotheken die in Verbünden organisiert sind) an, die sich dort z.B. über aktuelle  arabische Literatur informieren  und diese dann auch anschaffen können. Diesen Service versucht die königliche Bibliothek für möglichst viele Sprachen anzubieten.

Zusätzlich arbeiten Bibliotheken vor Ort  mit zahlreichen Initiativen zusammen: Sprachencafé, Leseclubs, vorlesen.

 

 8.5 Prof.Dr.Christoph Rass,Universität Osnabrück: Historische Migrationsforschung

Der Bibliothekentag wurde am Nachmittag politischer. Prof. Dr. Christoph Rass von der Uni Osnabrück stellte in seinem Vortrag die derzeitige Flüchtlingsbewegung in einen historischen Kontext zu den Flüchtlingsströmen nach dem zweiten Weltkrieg (Vertreibungen), Wirtschaftsimmigration in den 60ern (Gastarbeiter) .Und den Boat People  in den 80ern.

 8.6 Paul Scheffer: multikulturelle Gesellschaft: Freiheit und Grenzen

Jetzt wurde es richtig turbulent: Paul Scheffer von der Partij van de Arbeid (niederländische Sozialdemokraten ) und ein sehr bekanntes Gesicht in Holland hielt seinen Vortrag.

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Scheffer_%28Soziologe%29

Er äußerte sich sehr kritisch zur Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin,  warf ihr Planlosigkeit vor  und  unterschied zwischen kurzfristigem und nachhaltigem moralischen Handeln. Er forderte eine nachhaltige EU- Flüchtlingspolitik und keine emotionsgeleiteten Alleingänge  wie in Deutschland (seine Meinung). Er sieht in der kurzfristigen Politik der Kanzlerin die Gefährdung des europäischen Projektes. Ihre Planlosigkeit habe den Rechtspopulismus in Deutschland gestärkt. Etwas das sich niemand wünschen könne.  (heftiger Applaus von niederländischen Teilnehmern).

Auf die Frage eines deutschen Teilnehmers, dass  ja auch die Niederlande schon lange eine rechtspopulistische Partei nämlich Geert Wilders im Parlament vertreten sei antwortete Scheffer: „Wir haben einen harten politischen und gesellschaftlichen Diskurs, aber bei uns brennen keine Flüchtlingsheime!“ (wieder donnernder Applaus auf niederländischer Seite)

Scheffer forderte eine massive Aufrüstung von Frontex und den „Schutz“ der europäischen Außengrenzen. Scheffer erklärte dass die humanitäre Katastrophe nicht nur die Geflüchteten sondern auch die Aufnehmenden betreffe und das man beide Seiten mitnehmen muss, sonst sei  eine freíheitliche Gesellschaft nicht möglich. Auch forderte er eine Obergrenze die die Aufnehmenden nicht überfordere.

Auch in den Workshops war mir bereits aufgefallen, dass die niederländischen KollegenInnen überwiegend eine kritische Haltung zur Politik der Bundeskanzlerin hatten, aber gleichzeitig eine durchaus offene und gutorganisierte Willkommenskultur für  Zuwanderer durchführen und sich als multikulturelle Gesellschaft ja durchaus verstehen. Die Kritik der vieler niederländischer KollegInnen lässt sich zusammenfassen mit „Planlosigkeit“.  Die Niederländer  beschäftigen sich schon so lange mit Einwanderung, dass sie alles perfekt geplant haben. Der deutsche Ansatz erscheint ihnen chaotisch und nicht durchdacht. Diese Haltung traf auf teilweise heftige Gegenarbumentation von deutschen Bibliothekaren.

In der nun folgenden Diskussion gefiel mir Jos Debeij  von der königlichen Bibliothek am Besten:  „Die Leute sind nun einmal da und jetzt lassen Sie uns anfangen zu arbeiten!“  Dieser Satz wurde von Deutschen und Niederländern mit donnerndem Applaus begleitet.

Und auch diese Antwort einer jungen niederländischen Kollegin auf den Vortrag von Paul Scheffer möchte ich noch wiedergeben: „Mir ist ein Deutschland, dass  Fremde Willkommen heißt sympathisch. Ich finde Deutschland hat richtig gehandelt, gerade auch wenn man seine Geschichte berücksichtigt.“ Auch dieser Satz erhielt einen langen Applaus.

8.7 Borrel und Fazit

Die Niederländer haben eine  politische Tradition: Den Borrel.  Sei die Diskussion noch so hitzig, nach dem Ende trifft man sich in der Bar und trinkt noch was zusammen. Die Teilnehmenden wurden denn auch von den Organisatoren noch zu einem Borrel  eingeladen und damit endete der Deutsch-niederländische Bibliothekentag in Winschoten denn auch versöhnlich. Diesmal fiel dieser allerdings deutlich  politischer wie seine Vorgänger aus.

 

Im Neuesten BuB-Heft (10/2016)  wird das niederländische Bibliothekssystem und sein Engagement für geflüchtete präzise beschrieben. Anlass ist die Frankfurter Buchmesse: Die Niederlande und Flandern sind die diesjährigen Partner.